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Tagesmeldungen vom 6.2.2012

- Vatikan: Sorge um den Terror in Westafrika -
- Hongkong: Eine Brücke nach China -
- Mitbegründer der Weißen Rose heilig -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: P. Bernd Hagenkord SJ
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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THEMEN DES TAGES:

„Afrikas Christen dürfen jetzt nicht fundamentalistisch werden“
Mit Sorge sieht der Vatikan den Aufstieg des islamischen Fundamentalismus in einigen Teilen Afrikas. Bisher waren die Beziehungen zwischen Christen und Muslimen in Afrika im Großen und Ganzen gut: In vielen Ländern Westafrikas, z.B. dem Senegal, hat der Islam eine tolerante, von Sufi-Bruderschaften geprägte Ausrichtung – auch wenn er die Mehrheit der Bevölkerung stellt. Doch die Bomben der radikalen Boko-Haram-Gruppe in Nigeria sprechen jetzt für das Aufkommen eines aggressiven Islams. Was tun? Der italienische Erzbischof Fernando Filoni leitet die vatikanische Missionskongregation; er war in den letzten Tagen zu Besuch in Westafrika und weiß: Speziell in dieser Region in Afrika sind die Beziehungen zur muslimischen Realität ziemlich komplex. (rv)
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Westafrika: Wenn`s brennt, kommt die Bischofs-Task-Force
„Ab 1997 begann dieser Flirt – und jetzt haben wir die Ehe auch vollzogen.“ So bringt ein Bischof aus Ghana auf den Punkt, was letzte Woche in der Stadt Yamoussoukro in Elfenbeinküste passiert ist: 200 Bischöfe aus allen Teilen Westafrikas sind, jeder für sich, über ihren jeweiligen ethnischen, sprachlichen oder kulturellen Schatten gesprungen, um eine einheitliche Bischofskonferenz auf die Beine zu stellen. Und die soll keineswegs nur fromme Hirtenbriefe produzieren, sondern auch eine Friedens-Task-Force auf die Beine stellen, die die Bischöfe überall hinschickt, wo es in Westafrika brennt. Ein ambitionierter Plan – wir sprachen mit Bischöfen und Experten in Yamoussoukro. (rv)
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Deutschland: Ein heiliges Mitglied der Weißen Rose
Die russisch-orthodoxe Auslandskirche hat den Mitbegründer der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“, Alexander Schmorell, an diesem Wochenende in München heiliggesprochen. Zu den Feierlichkeiten war auch Nikolay Hamazaspian eingeladen, einer der engsten Freunde des nun heiliggesprochenen Märtyrers. Er selbst hatte es abgelehnt, sich direkt der Widerstandsgruppe gegen das Nazi-Regime anzuschließen, sagte der 91-jährige Hamazaspian dem Münchner Kirchenradio. Über Alexander Schmorells Mitarbeit beim Verfassen und Verteilen von Flugblättern sei er allerdings voll im Bilde gewesen. (kirchenradio)
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AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:

Aktenzeichen: Irina Gruschewaja – Frau Europa 2011
Knapp 180 Gäste erhoben sich mit lang anhaltendem Beifall für Irina Gruschewaja. Mit ihrer Initiative „Den Kindern von Tschernobyl“, die sie 1989 gemeinsam mit ihrem Mann gründete, hat die Ukrainerin wahrhaft Großes geleistet. Die Bürgerinitiative organisiert Auslandsreisen für Kinder aus verstrahlten Gebieten und hat seitdem mehr als 500.000 Tschernobyl-Kindern Erholungs- und Gesundungsreisen nach Westeuropa ermöglicht. Am 24. November wurde die „Frau Europas 2011“ in Berlin geehrt. Wer ist Irina Gruschewaja? (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Die französische EU-Diplomatin Laurence Argimont-Pistre ist die neue Delegationsleiterin der Europäischen Union beim Heiligen Stuhl. Am Montag überreichte sie Papst Benedikt XVI. bei einer Audienz im Vatikan ihr Beglaubigungsschreiben. Sie folgt auf ihren Landsmann Yves Gazzo, der die EU seit 2009 beim Vatikan vertrat. Bislang war die promovierte Juristin Delegationschefin der EU bei der Unesco und der OECD in Paris. Gemäß der seit drei Monaten am Vatikan geltenden Regelung fand die Begegnung ohne den Austausch von Ansprachen oder Botschaften statt. (rv/kna)

Europa

Deutschland
Die Gewalt in Syrien soll endlich aufhören. Das fordert der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, an diesem Montag in einer Pressemitteilung: „Wir dürfen nicht tatenlos zuschauen, wie Hunderte von Menschen unter brutaler Gewalt sterben“, sagte Zollitsch angesichts der gescheiterten UNO-Resolution am vergangenen Wochenende. Was in Syrien passiere, sei „eine abgrundtiefe Verachtung fundamentaler Menschenrechte“. Es bedürfe eines Endes des Blutvergießens und der Schaffung stabiler rechtsstaatlicher und freiheitlicher Strukturen in Syrien. „Dabei ist es notwendig, dass auch die christliche Minderheit einen auf Zukunft gesicherten Status in der Gesellschaft und der Politik behält“, so Zollitsch. Waffen auf die eigene Bevölkerung zu richten trage zur Destabilisierung einer Nation bei. Syrien brauche Freiheit und Menschlichkeit, so Zollitsch. (pm)

Deutschland/Ägypten
Als Ausdruck der Solidarität mit den koptischen Christen wird Bischof Gregor Maria Hanke am Dienstag zu einer einwöchigen Reise nach Ägypten aufbrechen. Begleitet wird der Eichstätter Bischof von Anba Damian, dem Generalbischof der koptisch-orthodoxen Kirche in Deutschland. Bischof Hanke, der bereits als berufenes Mitglied an der Bischofssynode 2010 zum Nahen Osten teilgenommen hatte, wird sich vor Ort über die aktuelle Situation der Christen informieren und Gespräche mit Repräsentanten der koptisch-orthodoxen und der koptisch-katholischen Kirche führen. (pm)

Irland
Dublins Erzbischof Diarmuid Martin ist gegen einen baldigen Besuch von Papst Benedikt XVI. in Irland. Der Papst wolle zwar „lieber früher als später“ nach Irland reisen und erwäge ernsthaft einen Besuch beim Eucharistischen Weltkongress im Juni in Dublin, sagte Martin unter Berufung auf eine persönliche Unterredung mit Benedikt XVI. der Tageszeitung „Irish Independent“. Nach Auffassung des Papstes müsse sich sein Kommen aber „in das allgemeine Programm und den Zeitplan der Erneuerung der Kirche in Irland einfügen“, so der Erzbischof. Das sei auch seine eigene Meinung, so Martin. Nach dem Missbrauchsskandal benötige die irische Kirche noch viele Schritte zu einer Konsolidierung, sagte Martin. Vor einem Papstbesuch müsse man „sicherstellen, dass Menschen, die sich durch die Kirche verletzt fühlen, die Gelegenheit zu einer Heilung haben“. Dies lasse sich nicht verordnen. (kna)

Türkei
Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. nimmt an den Arbeiten zur neuen türkischen Verfassung teil. Dazu wurde der Patriarch von Konstantinopel von der türkischen Nationalversammlung eingeladen. Bei der Diskussion um die neue Verfassung geht es auch um den Status der religiösen Minderheiten. Im Februar wird eine Sonderkommission der türkischen Nationalversammlung die Meinungen der Vertreter der religiösen Minderheiten anhören. Das berichtet der Fides-Dienst an diesem Montag. Bei der Revision der Verfassung gehe es aus Sicht der religiösen Minderheiten vor allem darum, eine juridische Anerkennung einzuführen. Zu den weiteren Schritten der Öffnung gegenüber den Minderheiten gehört ein Gesetzentwurf, den das Ministerium für öffentliche Bildung vorbereitet, der den Schulen der religiösen Minderheiten die Aufnahme von Kindern erlauben soll, die nicht die türkische Staatsbürgerschaft besitzen. (fides)

Asien

Indien
„Wir müssen in Indien dringend alle Formen der Entmenschlichung ausrotten“ und uns „um die Humanisierung des Lebens von Millionen armer Menschen“ bemühen. Das sagte Kardinal Oswald Gracias bei der Vollversammlung der Indischen Bischofskonferenz in Bangalore. Die Kirche müsste dabei „als treibende Kraft“ und „nach dem Vorbild von Mutter Teresa mit gutem Beispiel vorangehen“, forderte der Erzbischof von Mumbai. Die Unterdrückung von Frauen und die Verleugnung von zivilen und religiösen Freiheiten nannte Gracias dabei als Beispiele dieser „Entmenschlichung“. Die Bischofskonferenz tagt zum Thema „Ein besseres Indien: die Rolle der Kirche“ und findet noch bis zum 8. Februar statt. (fides)
Verfolgte Christen im ostindischen Bundesstaat Orissa wollen „ihren Verfolgern vergeben und die Feinde lieben“. Dies betonten Vertreter der Glaubensgemeinschaft bei einem Treffen in einem Lepra-Zentrum der Mutter Teresa-Schwestern nahe der Bundeshauptstadt Bhubaneshwar. Etwa 100 Vertreter der christlichen Gemeinde aus dem Distrikt Kandhamal nahmen an der Begegnung teil, die vom „Global Council of Indian Christians“ organisiert wurde. Der Vorsitzende des GCIC, Sajan K. George, ermahnte die Teilnehmer, „nach der Lehre Jesu auch die zu lieben, die Böses getan haben“. 2008 waren in Kandhamal über 100 Menschen bei einem antichristlichen Massaker getötet worden. (fides)

Mongolei
Der Präsident der Mongolei hat sich bei der römischen Basisgemeinschaft Sant’Egidio für deren Einsatz zur Abschaffung der Todesstrafe in seinem Land bedankt. Am fünften Januar hatte das Parlament in Ulan Bator ein Gesetz verabschiedet, das das Land darauf festlegt, diese Bestrafung vollständig aus dem Rechtssystem des Landes zu entfernen. Er sei glücklich, das Land als „frei von der Todesstrafe“ zu erklären, so der Präsident. Die Gemeinschaft Sant’Egidio habe den Prozess Schritt für Schritt begleitet, sagte Tsakhia Elbegdori. (rv)

Pakistan
Pakistanische Christen sollten „Selbstmitleid und das Syndrom der Minderheit überwinden“ und sich um eine „größere Präsenz auf der politischen Bühne bemühen“. Das erklärten die Teilnehmer einer Studientagung, die in den vergangenen Tagen in Rawalpindi stattfand und von im Ausland lebenden pakistanischen Christen organisiert wurde. Den Christen in Pakistan fehle es an Einheit und politischer Führung. Aus diesem Grund halten es die Teilnehmer der Studientagung für notwendig, einen „Think-Tank“, eine Denkfabrik, einzurichten. Diese solle sich mit den alltägliche Schwierigkeiten und Herausforderungen der Christen in Pakistan befassen und ihre Bildung und öffentliche Präsenz fördern. (fides)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 06.02.2012: Weltkirchen-Magazin
Themen u.a.: Westafrika: Bischöfe gründen eine Regionale Bischofskonferenz / Großbritannien: Die „Faith Card“ und ein Tempel für Atheisten

Dienstag Abend, 07.02.2012: Radioakademie - Teil 2 der Sendereihe zum Petrusgrab von Gudrun Sailer

Mittwoch Abend, 08.02.2012: Die Woche in Rom
Themen u.a.: Internationale Missbrauchskonferenz in Rom / Die Generalaudienz

Donnerstag Abend, 09.02.2012: Kreuz des Südens
Themen u.a.: Eskalation in Syrien: Krise ohne Ausweg? / Aufbruch in China: Wie das Erzbistum Hongkong das Glaubensleben fördert und was die chinesische Regierung dazu sagt / Ägypten: Menschrechtsorganisationen vor Gericht, wir sprechen mit einem Beobachter

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:

16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“ (KW 5885, 7190, 7250, 9645)

20.20 Uhr „Magazin“: (1530 kHz, 4005 kHz, 5885 kHz, 7250 kHz)

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag (1530 kHz, 4005 kHz, 7250 kHz)

Radio Vatikan ist außerdem zu hören bei:

· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.

· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.

· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.

· World-Radio-Network um 8.15, 9.30, 16.00, 19.00 und 0.45 Uhr MESZ, Tonunterträger von MTV-deutsch, (Frequenz 7.38 MHz).

· Radio Stephansdom um 19.30 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz.

· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)

· Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz

Im Internet:

Die deutschsprachigen Sendungen sind online live und auf Abruf zu hören unter: www.radiovaticana.de.

Das Vier-Monatsprogramm können Sie anfordern bei: Winfried Aufterbeck, Wiesenstr. 9a, D-40878 Ratingen. - Tel.: 0 21 02 / 711711 Fax: 0 21 02 / 2 14 13, E-mail: aufterbeck@radiovaticana.de

Post: Radio Vatikan - sezione tedesca, I-00120 Città del Vaticano
Fax: 0039 - 06 - 6988 3844
e-Mail: deutsch@vatiradio.va


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